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1970-1974: Erste Mikrocomputer

1975-1979 Mikrocomputer werden populär

1980-1984 IBM definiert den "PC"

1985-1990 Leistungsfähige Homecomputer

1991-1995 Windows wird zum PC-Standard

1996-2000 Word Wide Web - die Killerapplikation des Internet

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1980-1984 IBM definiert den "PC"

Die Computerlandschaft war Ende der 70er vielfältig: es gab zahlreiche Hersteller, und jeder hatte seine eigene Hardware und Software, die zu keinem anderen Hersteller passte. Im Bereich der Großcomputer hatte IBM allerdings eine dominierende Marktmacht. Sie führte dazu, dass zahlungskräftige Geschäftskunden diesem Hersteller bei Neuanschaffungen oder Erweiterungen immer treu blieben. IBM erkannte, dass etwas vergleichbares anbieten mussten, um potentielle Käuferschichten des unteren Preissegments nicht zu verlieren. So richtig überzeugt war IBM wohl nicht, dass der Bedarf und Nachfrage groß sein würde. Ein erster Versuch mit dem System/23 Datamaster schlug fehl - 25.000 DM waren selbst für IBM-Kunden zu viel für ein Einplatzsystem mit eingeschränkten Möglichkeiten.

Technische Merkmale des ersten PC

Also wurde 1980 ein kleines Team aus 12 IBM-Technikern zusammengestellt, das den Auftrag hatte, sehr kurzfristig ein noch preisgünstigeres System zu entwickeln. Sie nahmen einige grundlegenden Techniken aus dem Datamaster wie die ISA-Bus-Architektur, einen Prozessor von Intel und die Tastatur. Dazu kauften sie am Mark vorhandene Hardware und Software ein. Unter anderem auch das Betriebssystem DOS und ein BASIC - beides von der kleinen Firma Microsoft in Person von Bill Gates. Anstatt ein großes Gehäuse wie beim Datamaster mit integrierter Tastatur und Bildschirm zu bauen, wurden diese Komponenten getrennt. Dadurch konnten wiederum Kosten gesenkt werden bei höherer Flexibilität. Bei der Grafikkarte musste IBM dem Mainstream folgen: anstatt nur Text mit maximal 128 Zeichen in monochrom sollte der neue Computer 256 verschiedene Zeichen sowie Grafik darstellen können, und zwar - damals typisch für Lochkarten, Drucker und Terminals - in bis zu 80 Spalten in 25 Zeilen. Und für den, der es unbedingt bräuchte, auch in Farbe. Als Massenspeicher sollte ein externer Kassettenrecorder dienen können. Der ersten Version hatte nur 16 kB RAM.

Unerwarterter und nachhaltiger Erfolg am Markt

Anstatt den neuen Computer eine spröde IBM-Bezeichnung als "System/xy" zu geben, und weil er unter 10.000 DM kosten sollte, wurde "Personal Computer" genannt. Nach nur 11 Monaten Entwicklungszeit wurde im August 1981 der "IBM PC" vorgestellt.

Die treue Kundschaft wollte spontan so viele PC kaufen, wie IBM für eine gesamte Laufzeit von 5 Jahren kalkuliert hatte. In kurzer Zeit konnte aufgrund des flexiblen Konzepts neue Versionen mit mehr RAM (64k), einer Festplatte (IBM XT) und besserer Grafik und mehr Leistung (IBM AT) auf den Markt gebracht werden. Gleichzeitig wuchs das Angebot an Software für PC- und MS-DOS und Erweiterungskarten für den ISA-Bus. Die professionellen Plattformen auf Basis von CP/M, der Apple II und alle Hersteller-spezifischen Systeme verloren schnell an Bedeutung und die meisten verschwanden vom Markt.

Einige Hersteller bauten den IBM PC nach und priesen ihre Geräte als "kompatibel" an, weil die gleiche Software wie auf dem IBM PC lief und mit der gleichen Hardware erweitert werden konnte. Mit der Kompatibilität haperte es zunächst oftmals noch, außer bei der Firma Compaq. Ihr Name war im doppelten Sinn Programm: ihre Computer waren die ersten wirklich "kompatiblen", die einen IBM PC oder AT ersetzen konnten, und die ersten "kompakten", die transportiert werden konnten.

Seit einigen Jahren ist das Erwerben eines PCs so komfortabel wie noch nie. Selbst große Online Elektrofachmärkte bieten dem Käufer die Möglichkeit, sich den PC nach eigenen Vorstellungen zusammenzustellen und diesen bequem online kaufen.

Zeitschiene der wichtigsten Ereignisse zu Beginn der PC-Ära

1980 Der erste PC: Beginn der PC-Ära, die IBM mit ihrem "IBM PC" einläutet. Noch heute finden sich alle wesentlichen Design-Merkmale in fast allen PCs.
32 Bit-Minicomputer von DEC.
1981  
1982 Apple steckt zum ersten Mal in großen Schwierigkeiten, und die Lisa verkauft sich schlecht.
Derweil kommen mit Word, NetWare und Turbo Pascal immer mehr "Killerapplikationen" für IBM und kompatible Rechner auf den Markt.
Aus dem Arpanet und anderen Netzen entsteht das Internet.
1983 Der Apple Macintosh setzt erstmals in einem breiten Markt neue Maßstäbe für Benutzerfreundlichkeit.
1984 Microsoft Windows 1.0 erscheint, spielt aber hinter dem schnelleren Konkurrenten GEM von Digital Research dem Apple Macintosh zunächste eine untergeordnete Rolle. Insgesamt aber dominieren MS-DOS bzw. PC-DOS.

Die wichtigsten Computer Anfang der 80-er Jahre

Company 1980 1981 1982 1983 1984
Prozessoen     Intel 80286 Intel 80186 Motorola 68010
Motorola 68020 (6/84)
NEC V20,V30 (?)
Diverse Computer   Sirius I
Osborne 1 (4/81)
Epson HX-20 (11/81)
Cray X-MP    
Apple Apple III (9/80)     Apple IIe (1/83)
Apple Lisa (1/83)
Apple III+ (12/83)
Apple Macintosh (1/84)
Apple IIc (4/84)
Macintosh 512K (9/84)
Atari     1200XL 600XL
800XL
 
Commodore CBM VIC-20 (6/80)   CBM C64 (9/82) Plus/4  
Compaq     Portable (11/82) Portable Plus (10/83) DeskPro (6/84)
DEC VAX-11/750 VAX-11/782 DECMate II (5/82)
Rainbow 100 (5/82)
Professional (5/82)
VAX-Cluster MicroVAX I
VAXstation I (10/84)
DECMate III (10/84)
IBM   IBM PC (8/81)
IBM S/36 (81)
IBM XT PC 3270 (10/83)
PCjr (10/83)
S/38 (83)
PC Portable (1/84)
IBM AT (8/84)
Sinclair ZX-80 (2/80) ZX-81 (81) Spectrum   QL
Tandy TRS Mod. III (7/80)
Color Computer (7/80)
    TRS Mod. 100 (3/83)
TRS-80 Mod IV (4/83)
T1000 (9/84)
T1200 (11/84)

 

 


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Alle Farbfotos: © Copyright Clemens Weller. Letzte Änderung: 18.10.2015