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CBM PET 2001, April 1977

Weller Computer Collection: CBM PET 2001

Der PET 2001 kam 1977 in den USA auf den Markt und war dort sofort sehr erfolgreich. Der wurde weniger für den kommerziellen als für den privaten Bereich entwickelt, und so steht sein Name für die Kurzform Personal Electronic Transactor. Am Messestand von Commodore in Hannover 1978 zeichnete sich auch der Erfolg in Deutschland ab. Hierzulande war er das einzige komplette Computersystem zu einem Preis, der ansonsten für Bausätze zu bezahlen war. Freilich, die mechanische Ausführung entsprach in keiner Weise den Systemen, die sonst kommerziell eingesetzt wurden und meist auf aufwendigen und teueren Chassis basierten. Alles außer Netzteil und der Elektronik des Monitors war auf einer einzigen Platine untergebracht. Trotzdem sah es im Inneren des Geräts und auf den bestückten Leiterplatten aufgeräumter und leerer aus, als man es von heutigen Geräten gewohnt ist: Integrierte Schaltkreise reihen sich aneinander, dazwischen kann man den einen oder anderen Kondensator ausmachen, wovon man sich aufgrund des aufklappbaren Metallgehäuses auch leicht überzeugen konnte. Diese Bauweise des Gerätes von Commodore hatte ihren Grund. Auf Anschlussbuchsen für Peripherie wurde verzichtet und stattdessen das Gehäuse mit Aussparungen versehen, um Erweiterungen direkt auf die Platine stecken zu können. Da der PET einen IEEE-488-Bus hatte, gab es bereits viel Zubehör mit der Markteinführung. Das Netzteil wurde recht heiß und wohl im Grenzbereich gefahren. Diese Gestaltungsmerkmale konnte man später in vielen Heimcomputer wiederfinden. Bei Tests der ersten in Deutschland erhältlichen Modelle wurden zahlreiche Mängel aufgedeckt, so z.B.: RAM-Probleme, lockere Spannungsregler, geknickte IC-Beine, und außerdem hatten Betriebssystem und das Basic noch einige "known bugs". Das System wurde durch einen einbauten 9-Zoll Monitor, eine Mini-Tastatur mit immerhin 73 Tasten sowie einem integriertem Kassettenrecorder ergänzt. Möglicherweise war der PET der erste "Plug and Play"-Computer der Geschichte. Wie in fast allen Mikrocomputern dieser Zeit arbeitete eine 6502-CPU, die 64 KByte adressieren kann. Die Grundausbaustufe war 8 KByte, wovon dem Anwender 7 KByte für sein Programm zur Verfügung stehen. Mit den maximal möglichen 20 KByte RAM als Erweiterung ist der gesamte Speicherplatz beachtlich.

Die "komfortable Textverarbeitung" TEXTVER wird in der Zeitschrift mc 2/1982 folgendermaßen beschrieben: "... Die wichtigsten Betriebsarten sind: Text eingeben, ansehen, ändern, auf Kassette speichern, von Kassette laden, ausdrucken, Zeichen löschen oder einfügen. Aus Speicherplatzgründen (für 8 KByte-Version geeignet) wird gleichzeitig immer nur eine DIN-A4-Seite bearbeitet..."

Anfangs war der Erhalt von Dokumentation für den PET eher eine Glückssache. Wer mit Basic vertraut war, konnte allerdings recht schnell erste Erfolgserlebnisse verbuchen. Lange Zeit gab es in Deutschland nur eine kurze Loseblattsammlung, die aber fast nur auf das eingebaute Basic eingeht. Eine ernsthafte Programmierung war dagegen ohne Kenntnis des Speichers (für peek und poke) nicht möglich. Im folgenden zwei Auszüge aus der Loseblattsammlung:

Anwenderhandbuch PET 2001

Seite 1: Einführung

Der COMMODORE PET 2001 ist ein freiprogrammierbares BASIC-Tischcomputer-System mit hoher Leistungsfähigkeit. Von einem System kann man sprechen, da bereits alle für den Betrieb notwendigen Ein- und Ausgabeeinheiten eingebaut sind: Tastatur mit 73 Tasten Bildschirm für 1000 Zeichen Kassetteneinheit zur Speicherung von Programmen und Daten Außer den Möglichkeiten zur kompletten Text- und Stringverarbeitung und zum Verkehr mit Peripheriegeräten ist das komplette Interface für den Anschluß sämtlicher IEEE 488-kompatiblen Geräte bereits in der Grundausführung eingebaut. Der 8 k BASIC-Interpreter ist in ROM's untergebracht und beansprucht daher keinen Platz im Arbeitsspeicher. Bei dem im PET 2001 verwendeten COMMODORE-BASIC handelt es sich um eine leicht programmierbare und äußerst vielseitig anwendbare Programmiersprache. Obwohl COMMODORE-BASIC weitaus umfangreichere Möglichkeiten bietet als die meisten BASIC-Versionen, kann jedes vorliegende BASIC-Programm praktisch ohne Änderung eingegeben werden. Um mit dem PET 2001 arbeiten zu können, genügt es, ihn an eine normale 220-Volt Schuco-Steckdose anzuschließen und den Netzschalter - auf der Rückseite, links - einzuschalten. Nach einigen Sekunden erscheint auf dem Bildschirm:

*** COMMODORE BASIC ***
 7167 BYTES FREE
READY.

Das blinkende Quadrat unter READY ist der sogenannte Cursor. Der Cursor zeigt an, daß auf dem Bildschirm geschrieben werden kann und wo geschrieben wird. Wird irgendeine Taste gedrückt, so erscheint das betreffende Zeichen auf dem Bildschirm an der Stelle des Cursors, der Cursor bewegt sich um einen Schritt nach rechts. Da auf dem Bildschirm gleichzeitig bis zu 25 Zeilen dargestellt werden können, ist bei Programmierung, Programmausführung und bei allen sonstigen Operationen eine vorzügliche Übersichtlichkeit gewährleistet.

Seite 18: Kap 12. Fehlersuche

Es gehört zu den ganz seltenen Ereignissen, wenn ein Programm, speziell ein etwas umfangreicheres, sofort fehlerlos arbeitet. Es ist beinahe unvermeidlich, daß beim Programmieren gelegentlich eine Klammer vergessen, ein falsches Satzzeichen verwendet, ein Feld falsch dimensioniert ist, ..., die Anzahl der möglichen Fehler ist praktisch unbegrenzt.

CBM VIC-20, June 1980

Commodore C64, Sep. 1982

 

 


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Alle Farbfotos: © Copyright Clemens Weller. Letzte Änderung: 27.12.2012